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Shamar
Rinpotsches
Ansprache in Dhagpo Kündröl
Ling vom 27. Mai
Obwohl
ich nur für einen ganz kurzen Besuch gekommen
bin, freue ich mich über dieses Zusammensein
und Wiedersehen anlässlich dieser außergewöhnlichen
Situation, in der Seine Heiligkeit der Karmapa
sich auf ein Retreat vorbereitet.
Wir haben hier eine sehr günstige Situation. Ich
bin viel in der Welt unterwegs, erlebe jedoch
nur selten Situationen, in denen - wie hier -
alle Voraussetzungen vorliegen: wo es an einem
ausgezeichneten Ort jederzeit hervorragende Unterweisungen
gibt und wo große Meister regelmäßig unterrichten
können. Zudem leben hier Meister und Lamas ganz
natürlich zusammen und lehren sowohl in den Retreatzentren,
um den Retreatlern weiterzuhelfen, als auch außerhalb,
so dass alle vom Dharma profitieren können.
Dass
all diese Bedingungen hier zusammenkommen, ist
etwas sehr Seltenes. Es ist eine privilegierte
und begünstigte Situation, da einerseits Meister
anwesend sind und lehren und andererseits die
Praktizierenden diese Anweisungen sehr engagiert
in ihre Praxis umsetzen. All dies wurde durch
das Zusammentreffen verschiedener Faktoren möglich:
zuallererst sind es die Wünsche des 16. Gyalwa
Karmapa sowie diejenigen von Gendün Rinpotsche
und außerdem die Wünsche und Anstrengungen, die
aus dem Karma derer, die hier zum Praktizieren
zusammengekommen sind herrühren.
Die
Bedingungen für eine sehr stabile Praxis
sind vorhanden und hinzukommen sollte nun noch
die Möglichkeit, die der Praxis zugrundeliegende
Theorie zu studieren. Deshalb habe ich die Khenpos
gebeten herzukommen und den Lamas Belehrungen
über Texte wie "Die tiefgründige innere
Bedeutung" zu geben, einen Text mit detaillierten
Erklärungen über die philosophische
Sicht, auf der die Praxis aufbaut.
Ich
möchte, dass jeder seine Studien vertieft, um
die Praxis auf eine Grundlage zu stellen, die
zweierlei gewährleistet: die Lebendigkeit des
Dharma für die folgenden Generationen - und nicht
nur für die Gegenwart oder die nahe Zukunft -
zu bewahren und die Qualität der Belehrungen in
der Weise sicherzustellen, dass eine verlässliche
Quelle zur Verfügung steht, zu der alle Wesen
kommen können, an der sie Anleitung erhalten und
diese umsetzen können.
Alle
Aspekte des Dharma sollten hier präsent und verfügbar
sein. Mit den mündlichen und individuellen Unterweisungen
ist ein wichtiger Punkt bereits verwirklicht:
Lama Gendün Rinpotsche hat hier all die äußerst
tiefgründigen Kommentare und Praktiken der Karma
Kagyü Tradition übertragen. Sie sind bewahrt worden
und werden nun an jene weitergegeben, die sie
praktizieren möchten. Diese Kommentare, Erläuterungen,
mündlichen Anweisungen und Schlüsselunterweisungen
erklären wirklich den tiefen Sinn. Jedoch sollte
ebenfalls ein mehr theoretischer, philosophischer
Zugang mit einem noch tieferen Verständnis entwickelt
werden. Diese Aspekte eines Studiums der theoretischen
Grundlagen sollten verfügbar sein, damit alle
dauerhaften Nutzen aus der Lehre ziehen können.
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Jeder
trägt auf die eine oder andere Weise seinen
Teil zu dieser Entwicklung bei: durch Studium,
Reflexion und Meditation, durch Unterstützung
der Bemühungen und Aktivitäten, durch
besondere Kenntnisse oder durch finanzielle Hilfe.
Hier sind viele Menschen versammelt, die diese
Arbeit bereits unterstützen. Sie leben gleich
vor Ort, in der näheren Umgebung oder auch
ein bisschen weiter weg. Die Arbeit an dieser
langfristigen Aufgabe muss heute intensiviert
und gefördert werden. Wir sollten verstehen,
dass es unermesslichen, unendlich großen
Nutzen bringt, wenn wir so vorgehen und den Dharma
auf diese Weise verbreiten, sei es durch Studium,
Reflexion und Meditation oder durch materielle
oder logistische Unterstützung. Man kann
wirklich davon ausgehen, dass sich alle dafür
unternommenen Anstrengungen ohne jeden Zweifel
zum Nutzen der Lebewesen auswirken. Das sieht
man auch daran, dass sogar Seine Heiligkeit der
Gyalwa Karmapa hierher kommt, um die sechs Yogas
von Naropa zu praktizieren und so seinen Teil
zu dieser Arbeit und der Initiative zur künftigen
Erhaltung und Verbreitung des Dharma beizutragen.
Seit
dem letzten Besuch Seiner Heiligkeit des Gyalwa
Karmapa, habe ich selbst viele Ermächtigungen
und Lungs (rituelle Lesungen) an diesem Platz
gegeben. Wir hatten das unbeschreiblich große
Privileg, einen authentischen, sehr hoch realisierten,
heiligen Meister hier zu empfangen: Chogye Trichen
Rinpotsche ist hierher gekommen, hat Wunschgebete
gesprochen und zahlreiche Textübertragungen und
Ermächtigungen erteilt. Dieser Ort ist durch all
die Meister, die ihn geweiht haben, ein in vollkommener
Weise gesegneter Platz geworden. Gewissermaßen
ist er ein Kraft- und Segensplatz geworden, ein
Pilgerort. Ich werde meinerseits das mir Mögliche
tun, um häufig und regelmäßig hierher zu kommen
und zu lehren.
Nun
möchte ich gern erklären, was zur Zeit
im Bereich der Karma Kagyü Aktivitäten
geschieht.
Wie ihr sicher wisst, durchläuft die Karma
Kagyü Linie seit ungefähr neun Jahren
eine kritische Phase. Letztes Jahr erhielt ich
eine E-Mail von Tseten, einem Tibeter, der mir
folgende Frage stellte: "Wenn Sie Ihren Guru gefunden
haben, mit ihm zufrieden sind und Ihre Gebete
an ihn richten, warum belassen Sie es nicht einfach
dabei? Warum lassen Sie nicht alles andere fallen
und begnügen sich damit, Ihren Guru zu feiern
und zu ihm zu beten? Warum müssen Sie sich
mit den Rivalitäten und Konfrontationen in
der Politik und mit der Wahl und den Entscheidungen
des Dalai Lama befassen?" Dem Stil des Briefes
konnte ich entnehmen, dass er von einem jungen
Tibeter kommen musste oder von jemandem der neuen
Generation, der tibetische Wurzeln hat, aber hauptsächlich
in Indien oder einem anderen Land außerhalb
Tibets erzogen wurde. Die Kultur dieser Menschen
ist gemischt und enthält neben einigen Elementen
der tibetischen Kultur einen starken Einfluss
jener Länder, die diese außerhalb ihres
Vaterlandes geborenen Flüchtlinge aufgenommen
haben.
Meine
Antwort war: "Sie haben vollkommen recht. Wenn
ich an Ihrer Stelle wäre und keine Verantwortung
hätte, würde ich genau das tun. Aber in meiner
Position, mit meiner Verantwortung für die Karma
Kagyü Linie, kann ich das nicht. Für mich geht
es nicht einfach nur darum, einen Meister oder
Guru zu finden, den ich verehren kann. Für mich
geht es darum, meine Aufgabe zu erfüllen und meine
Verantwortung innerhalb der Karma Kagyü Tradition
wahrzunehmen. In meiner Situation als Linienhalter
bin ich verpflichtet, alles mir Mögliche für den
Erhalt dieser Linie zu tun. Ich befinde mich in
einer Lage, wo die Tradition in gewisser Weise
verraten wurde, und es ist meine Pflicht, alles
zu tun was ich nur kann, um sie zu schützen."
Durch
das Zusammentreffen mehrerer Faktoren ist die
Überlieferungslinie in Gefahr geraten: Von außen
wird starker politischer Druck ausgeübt, innerhalb
(der Linie) findet eine Kollaboration mit dieser
äußeren politischen Macht statt, und es gibt auch
einen nicht zu unterschätzenden finanziellen Einfluss,
der ökonomische Interessen verfolgt. Diese unterschiedlichen
Faktoren haben eine Entwicklung herbeigeführt,
die die Authentizität der Linie gefährdet. Ich
bin verpflichtet, mein Möglichstes zu tun, um
diese authentische Tradition der Karma Kagyü Linie
intakt zu halten. Deshalb habe ich diesem jungen
Tibeter geantwortet, dass ich in der Tat während
der letzten neun Jahre enorm damit beschäftigt
war, diese Schachzüge zu vereiteln, die auf die
Zerstörung der Essenz und der Seele der Karma
Kagyü Tradition abzielten.
Nun aber haben wir ein hervorragendes Ergebnis.
Die Situation entwickelt sich sehr günstig, seitdem
wir zum Beispiel bezüglich der Probleme um die
Besitzverhältnisse des indischen Sitzes der Tradition,
des Klosters in Rumtek, praktisch davon ausgehen
dürfen, uns voll und ganz durchsetzen zu können.
Unsere Rechte sind berücksichtigt worden, und
so, wie die Dinge sich entwickeln, werden sie
vollkommene und uneingeschränkte Anerkennung finden.
Um unsere Rechte geltend zu machen und die Legitimität
unserer Tradition aufrecht zu erhalten, waren
wir genötigt, juristische Schritte zu unternehmen.
Es war eine lange gerichtliche Auseinandersetzung,
aber nun sind wir bei einem 80-prozentigen Erfolg
angelangt und dürfen hoffen, dass er bald vollständig
sein wird. Als Ergebnis davon kann die bis jetzt
handlungsunfähige Administration nun ihren Aufgaben
mit Besonnenheit und in Ruhe nachgehen und die
Leitung des Klosters wieder übernehmen.
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Ich
habe beschlossen, der Lama- und Mönchsgemeinschaft
wie auch der dem Kloster Rumtek - dem Sitz Seiner
Heiligkeit in Indien - angeschlossenen Laiengemeinschaft
diese glückliche Entwicklung der Ereignisse
mitzuteilen. Letzten Montag rief ich sie alle
zu einem Treffen zusammen, bei dem ich erklärte,
dass ich während der vergangenen Jahre für
die Anerkennung unserer Rechte gekämpft habe,
dass wir nun, am Ende all der administrativen
Schritte und gerichtlichen Auseinandersetzungen,
in der Situation sind, vollständig Recht
zugesprochen zu bekommen und dass meine Arbeit
damit abgeschlossen ist. Nun, da die Gefahr abgewendet
ist, kann die Administration die Belange des Klosters
in Frieden und Freiheit wahrnehmen. Daher habe
ich bekannt gegeben, dass ich all meine Verantwortlichkeiten
in die Hände des Verwaltungsrates lege, und
mich als Lehrer und Dharma-Meister nicht länger
an der Leitung und Verwaltung des Klosters beteiligen
möchte, es sei denn unter außergewöhnlichen
Umständen. Nachdem die Gefahr überwunden
und meine Aufgaben als Schützer der Tradition
voll und ganz erfüllt sind, können die
zuständigen Organe und Personen die Belange
des Klosters nun wieder selbst in die Hand nehmen.
Mit
Unterstützung vieler Menschen konnte ich außerdem
ein großes klösterliches Studienkolleg, eine Schedra,
in der Stadt Kalimpong einrichten, auf einem Grundstück,
das mir Herr Gyan Jyoti vor einigen Jahren geschenkt
hat. Zahlreiche Mitglieder der in Los Angeles
lebenden Gemeinschaft taiwanesischer Buddhisten
haben mich finanziell unterstützt und sehr großzügig
zur Entwicklung der Schedra beigetragen. Dort
werden sechzig Studenten und sechzig Kinder der
Grundklassen eine vollständige Ausbildung in Studieninhalten
unserer Tradition durchlaufen können.
Nachdem
auch dort meine Aufgabe als Bewahrer der Tradition
erfüllt ist, möchte ich mich nicht weiter an der
Verwaltung und dem finanziellen Management von
Karmapas Kloster beteiligen. Ich habe diese Funktionen
vollständig dem dafür zuständigen Team übergeben,
dem mit Karmapas Person verbundenen Verwaltungsrat,
der nun in voller Verantwortung die Leitung des
Klosters übernommen hat. Finanziell, administrativ
und juristisch ist die Situation gesichert. Ich
werde dort nicht länger gebraucht, denn meine
Aufgabe, die Tradition in einer schwierigen Zeit
gegen Verrat und äußeren Druck zu schützen, ist
erfüllt. Daher habe ich meine Verantwortlichkeiten
und alles, was auf mir lastete, den Teams übergeben,
die sich jetzt darum kümmern.
Viele
Menschen haben mich in dieser Arbeit unterstützt,
gleichzeitig stand ich jedoch diesen sehr mächtigen
Personen allein gegenüber und war unter großem
Druck - es war eine wirkliche Herausforderung.
Ich bin aber die ganze Zeit, auch in Zeiten großen
Drucks und enormer Schwierigkeiten, der Essenz
des Buddhismus treu geblieben. Ich habe alle Situationen
im buddhistischem Geist gehandhabt, um der Außenwelt
zu zeigen, dass Buddhisten, wenn ihnen Unglück
widerfährt, ihre Schwierigkeiten mit Entschlossenheit,
Gelassenheit und ohne Aggression ertragen. Mir
kam es darauf an, die Authentizität der Tradition
zu bewahren und diese Arbeit, diese Auseinandersetzung,
die manchmal viel Kraft und Entschlossenheit brauchte,
mit buddhistischer Würde zu bewältigen, um der
gesamten Welt zu zeigen, wie Buddhisten handeln,
wenn sie mit solchen Problemen konfrontiert sind.
Da nun dieses Ergebnis erzielt worden ist und
ich diesen Aspekt meiner Verantwortung als Linienhalter
nicht länger wahrnehmen muss, da die Dinge nun
sicher und befriedet sind und die Administration
sich frei betätigen kann, bin ich in der Lage,
meinen persönlichen Aufgaben wieder nachzugehen.
Als
Shamarpa habe ich auch bestimmte Dinge zu tun,
Dinge, die in den Jahren, als es darauf ankam,
aktiv die Essenz der Tradition zu bewahren, in
gewissem Maß zurückstehen mussten. Ich hatte damit
gerechnet, mich dieser Aufgabe einige Jahre widmen
zu müssen, aber tatsächlich hat es 20 Jahre gedauert,
die Zukunft der Kagyü Linie wirksam zu sichern.
Jetzt ist es geschafft. Ich habe alle Verantwortlichkeiten,
wie die Leitung der verschiedenen Orte und Zentren
dem Karmapa übergeben, und nun ist es seine Sache,
seine Aktivität auf dieser gesunden und stabilen
Grundlage zu entwickeln. Und das wird er in den
nächsten Jahren tun. Ich kann mich jetzt wieder
meiner eigenen Aktivität widmen, meiner Arbeit
als Shamarpa, da ich nun frei bin von der Pflicht,
die Tradition zu schützen.
In
der Geschichte waren die Shamarpas immer auf beiden
Seiten des Himalaya sehr aktiv, d.h. in Tibet
selbst und auch bei den Nepalesen, insbesondere
bei der Volksgruppe der Newari Tradition, mit
der sie eine Dharma-Verbindung haben. Mehrere
Tausend dieser Menschen folgen von einer Lebenszeit
zur nächsten den Lehren der Meister und haben
dies seit der Zeit des zehnten Shamarpa getan.
Die Newari aus dem Katmandu Tal haben zwanzig
Jahre lang darauf gewartet, dass ich ihnen Zeit
widme, um diese historische Verbindung wieder
aufzunehmen und die an die Arbeit anzuknüpfen,
die meine Vorgänger begründet, eingerichtet und
entwickelt haben. Nun, da meine Verpflichtungen
erfüllt sind, werde ich ein wenig mehr Zeit für
die Arbeit an einigen größeren Dharmaprojekten
der Newari Gemeinschaft haben, aber natürlich
auch zur Fortführung und Vertiefung meiner Verbindung
mit all meinen Schülern in der Welt - in Europa,
den Vereinigten Staaten und anderswo. Denn es
ist alles dieselbe Tradition und ungeachtet der
geographischen Lage werde ich in Zukunft mehr
Zeit für die Vertiefung der Beziehung zu meinen
Schülern aufbringen können.
Die
Gegend von Katmandu sowie Nepal im Allgemeinen
ist ein natürlicher Sammelpunkt für Menschen aus
aller Welt. Man kann sie ziemlich leicht von Europa
und Asien aus erreichen und befindet sich an einer
Art zentralem Ort, wo der Dharma in einer verkehrsmäßig
leicht zugänglichen Region praktiziert werden
kann. So ist es wichtig, Strukturen zu entwickeln,
damit die Karma Kagyü Tradition speziell in diesem
Land aufblühen kann und die Belehrungen dort verfügbar
sind. Sicherlich hat es in den letzten Monaten
tragische Vorfälle gegeben, eine Art versteckten
Bürgerkrieg, aber die Dinge beruhigen sich und
die nächsten Jahre werden sicher friedlicher sein,
so dass es leichter fallen wird, dort solche Dharmaprojekte
zu entwickeln.
Wie
auch immer, soweit es mich betrifft, beeinträchtigt
dies in keiner Weise mein hiesiges Engagement,
weder in Kündröl Ling noch in Frankreich im Allgemeinen.
Ich werde auch weiterhin regelmäßig kommen und
meine Verantwortung als Lehrer und Quelle der
Inspiration wahrnehmen.
In
dieser Weise habe ich also die klösterliche Administration,
die Karmapas Aktivität stützt, neu strukturiert.
Dies geschah auf der Grundlage der traditionellen
Struktur, wie sie früher in Tibet am Sitz von
Karmapas Aktivität bestand. Der 16. Karmapa hatte
einige kleinere Veränderungen vorgenommen, um
sie an Indiens rechtliche und administrative Anforderungen
anzupassen. Wir konnten zu etwas mehr Traditionellem
und Authentischen zurückkehren, mit Karmapa selbst
als höchster Instanz in der Administration. Ich
habe dafür gesorgt, dass dies ermöglicht wurde,
habe die Struktur neu gestaltet, sie verankert,
gestärkt, vor den Angriffen geschützt, die sie
bedrohten und gebe sie nun Karmapa zurück - ich
übergebe sie in die Hände all derer, die jetzt
die entsprechenden Aufgaben wahrnehmen werden.
Nachdem
die angemessene Tradition in Karmapas Administration
wiederhergestellt war, habe ich außerdem einen
eigenen Beitrag geleistet - den Aufbau und die
Organisation eines klösterlichen Studienkollegs.
Da auch dies nun abgeschlossen ist, kann ich mich
wieder meinen persönlichen Aktivitäten widmen.
Ich werde euch noch ein Blatt zuschicken, das
den Aufbau der von Karmapa selbst geleiteten Klosteradministration
zeigt, so dass ihr eine Vorstellung davon bekommt.
Nach
dem europäischen Kalender ist Karmapa jetzt
19 Jahre alt und nach der tibetischen Astrologie
ist er 20. Man könnte sagen, dass es noch
ein oder zwei Jahre dauert, bis er volljährig
ist. Aber manche 20-jährige leiten schon
Banken, und Karmapas spirituelles Niveau ist so
hoch, dass ihm die Handhabung all dieser Dinge
keine Schwierigkeiten bereiten wird. Ich habe
mir erlaubt, Karmapa in Gegenwart der Verwaltungsrats-Mitglieder
vorzuschlagen, dass er vielleicht in den nächsten
Jahren sein Leben zwischen Retreats und Lehrtätigkeit
aufteilen sollte, denn er ist noch jung: Er könnte
ab und zu Retreat machen und ab und zu lehren....
und so will er es auch machen!
Soviel
für den Moment! Ich habe zu euch gesprochen, weil
ich gerade auf der Durchreise bin. Ich bitte euch,
diese Informationen an eure Freunde weiterzugeben
und ihnen all das zu erklären, was ich heute Abend
gesagt habe, damit jeder über die neue Situation
Bescheid weiß.
Vielen Dank!
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